Griseldis

Griseldis (*2008)

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Erwachsene, kurzum alle, die dem Verein und somit uns Pferden verbunden sind,

mein Name ist Griseldis. Ich bin – wie ihr es wahrscheinlich schon vermutet habt – eine Stute. Für die, die mich noch nicht kennen, will ich eine kurze Beschreibung meines Aussehens geben:

Ich bin relativ groß und kräftig gebaut. Ihr habt sicher schon eine gewisse Ähnlichkeit vom Aussehen zu Mio oder Miria bemerkt. Das liegt daran, dass man uns noch unsere Abstammung von Wildpferden ansieht. Wir haben alle drei einen schwarzen Strich auf dem Rücken – den sogenannten Aalstrich (wenn ihr euch auf die Zehenspitzen stellt, seht ihr den bestimmt) und schwarzes Langhaar (Mähne und Schweif). Ich habe allerdings auch noch blonde Strähnchen in meiner Mähne und ein hellbraunes Fell. Im Gegensatz zu Mio, der ein Konik ist, bin ich ein Berber-Fjordpferd-Mix mit einem kuschligen Fell. Ich freu mich darüber, gestreichelt zu werden. Mittlerweile bin ich auch an Kinder gewöhnt.

Warum sage ich mittlerweile? Ich bin mit elf Jahren zu Ostern 2019 zusammen mit meinem Freund Amadeus – er steht bei den Wallachen auf der Koppel – zu euch gezogen. Wir kommen aus der Uckermark. Das liegt nördlich von Berlin, in Brandenburg. Dort lebten wir in einer großen gemischten Herde bestehend aus Stuten, Wallachen und Fohlen fast wie Wildpferde auf einer riesigen Weide, die so groß ist wie das Auge reicht. Ich war die Mit-Chefin der Herde und habe auch schon zwei Fohlen geboren. Sie sind allerdings schon lange ausgewachsen, so dass sie bei ihren Freunden in der Uckermark bleiben konnten. Vielleicht erkunden sie auch irgendwann die Welt und lernen so nette Kinder kennen wie ich.

Als ich nach Berlin in den Reitverein kam, musste ich mich erstmal mit der neuen Umgebung vertraut machen. Das war schon ganz schön merkwürdig…. so viele ungewohnte Geräusche, viel mehr Häuser, Straßen, Autos und überall waren jetzt Kinder, die mein Fell streichelten und mich fragten: „Wer bist Du denn? Du bist ja eine Hübsche!“ Die anderen Pferde sagten das zwar nicht zu mir, aber ihre Neugier spiegelte sich deutlich in ihren Augen und ihrem Verhalten wider und ab und zu kam eines zu mir und stupste mich ganz sachte mit der Nase an.

Ich habe seitdem viele Freunde gefunden, sowohl bei euch Kindern als auch bei den anderen Pferden. Mit meiner sanften Art und meinem Lerneifer habe ich schon viele Herzen erobert. So fand sich immer jemand, der mich eine Zeit lang ausgebildet hat. Ich freu mich schon darauf, euch im Reitunterricht kennen zu lernen. Dafür muss ich jedoch auch noch ein bisschen mehr lernen. Wenn jemand etwas mit mir übt, bin ich immer sehr motiviert und versuche die Kommandos zu verstehen und umzusetzen. Es ist manchmal gar nicht so einfach zu verstehen, was ihr von mir wollt, aber ich bin mit Feuereifer dabei und freu mich immer, wenn ich gelobt werde. Wenn ich dann was Neues gelernt habe, kann ich gar nicht aufhören meinem Reiter zu zeigen, was ich Tolles kann. Zum Beispiel lauf ich dann ganz viele Schritte rückwärts statt des Einen. Aber ich habe mal gehört: Viel hilft viel 🙂

Ich bin auch sehr neugierig und gucke immer, was so in meiner Umgebung stattfindet. Aber ich würde nicht davor wegrennen oder versuchen euch abzuschmeißen, da ihr mir ja am Herzen liegt. Deshalb gebe ich Acht, dass ihr nicht herunterfallt. Wenn ich etwas gruselig finde und Angst habe, so wie z. B. Gullideckel und Kühe, beginne ich, sehr laut durch meine Nüstern – so heißen die Nasenlöcher beim Pferd – trompetenhaft Luft auszuatmen. Dann müsst ihr bitte ruhig bleiben und mir Sicherheit geben. Dann beruhige ich mich auch schnell wieder.

So viel wäre es erstmal zu mir. Bald seid ihr alle wieder da und vielleicht grüßt mich einer von euch, wenn ihr mich seht.

Liebe Grüße, eure Griseldis 🙂