Lampard

Lampard (*2009)

Liebe Reitschüler und Reitschülerinnen,

mein Name ist Lampard und ich bin mit einem Stockmaß von über 1,70 cm das größte Pferd in meiner Herde. Ich werde jetzt im März 12 Jahre alt und bin ein Mecklenburger. Einige von euch wissen es bestimmt schon: ich war vorher bei der Polizei und sollte dort zum Polizeipferd ausgebildet werden, weil ich so schön groß bin. Allerdings stehe ich nicht so gern in der Box. Außerdem mag ich laute und schnelle Geräusche nicht besonders, also war meine Karriere als Polizeipferd schnell vorbei. Daher habe ich mich unglaublich gefreut, als ich 2017 in den Verein und in meine neue Herde gekommen bin.

Von meinen Pony-Kumpels habe ich gehört, dass einige von euch ein bisschen Angst vor mir haben, weil ich so groß bin. Damit in Zukunft niemand mehr Angst vor mir haben muss, erzähle ich euch, wie ihr kritische Situationen meiden könnt und wie man am besten mit mir umgeht:

Viele kennen bestimmt die Situation, wenn ich am Tor zur Koppel stehe und ihr dann mit euren Ponys nicht rauskommt. Das mache ich nicht, um euch oder eure Ponys zu ärgern, sondern weil ich gern nachgucken möchte, ob in den Heubehältern, die um das Bürohaus herum verteilt stehen, noch Heu übrig ist. Im Gegensatz zu Strolch darf ich das aber leider nicht! Wenn ich nun am Tor stehe, versuchen einige, mich durch schnelles Heben der Arme und Hände zum Weggehen zu bewegen. Das mag ich gar nicht und fühle mich angegriffen, daher lege ich dann die Ohren an, um mich zu verteidigen. Meine Reiterin hat mir das abgewöhnt und ich schüttle nun nur noch mit dem Kopf, wenn ihr versucht mich so zu vertreiben. Bitte probiert jetzt aber nicht zum Spaß aus, ob ich den Kopf schüttele, weil ihr es lustig findet. Ich mag schnelle Bewegungen vor meinem Kopf wirklich gar nicht gern.
Es gibt aber einen einfachen Trick wie ihr mich vom Tor wegbekommt: Ihr bittet eine ältere Reiterin oder die Putzbetreuung, mich mit einem Strick weg zu führen.

Wenn ich angebunden am Putzplatz stehe, ist es besonders wichtig, dass ihr nicht zu schnell hinter mir vorbeilauft oder laute Geräusche macht. Bitte haltet dann Abstand von mir. Beim Putzen entspanne ich mich immer, weil es für mich wie eine Massage ist. Besonders im Moment, wo wir alle unser Winterfell verlieren, genieße ich das Putzten besonders. Wie ihr wisst, sind Pferde Fluchttiere und so erschrecke ich mich bei plötzlichen, lauten Geräuschen oder Bewegungen immer sehr. Meine Reiterinnen sprechen mich auch immer leise an, bevor sie mich berühren. Besonders wichtig ist das auch, wenn ich gerade fresse. Ich teile mein Essen nicht gern und könnte denken, dass ihr mir was wegnehmen wollt. Falls ihr mich doch mal streicheln oder kuscheln wollt, fragt bitte vorher meine Reiterinnen. Sie wissen am besten, ob ich an dem Tag gute Laune habe und ob ich gestreichelt werden möchte.

Damit ich allerdings ein bisschen gelassener werde und bei unserem nächsten Gelassenheitswettbewerb den ersten Platz machen kann (2019 bin ich nur zweiter geworden), trainiere ich fast jeden Tag.

Falls euch noch andere Tricks einfallen oder ihr Ideen habt, wie ich gelassener werden kann, freue ich mich drauf, wenn ihr mir das erzählt, wenn wir uns das nächste Mal sehen.

Bis dann,
Euer Lampard