Satchmo

Satchmo (*2003)

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Satchmo und ich bin ein 17-jähriger Lewitzer-Ponywallach. Ihr kennt mich bestimmt aus den M- / G-Gruppen oder von der Koppel! Ich wohne seit ca. 6 Jahren als Wallach auf der Wallachkoppel, war jedoch vorher lange ein Hengst.

Wie ihr wisst, gibt es bei Pferden verschiedene Rassen mit eigenen Merkmalen. Araber sind schmal und wendig, Friesen groß, dunkel und edel und Lewitzer sind robuste fast immer gescheckte Ponys.

Das könnt ihr an mir und an meiner Freundin Mapiya, die sich vor ein paar Wochen vorgestellt hat, erkennen. Meine besondere Farbe nennt sich in der Fachsprache „Tobiano-Falbschecke“ und gehört zu den klassischen Farben von uns Lewitzern. Wir kommen ehemals von dem Gut „Lewitz“, daher unser Name. Dort wurde unsere Rasse aus verschiedenen Kleinpferden gezüchtet.

Vor meiner Zeit im Reitverein war ich selbst auch in der Zucht. Ich bin im ersten Hengstbuch eingetragen! Das heißt ich wurde als Fohlen beurteilt und habe eine Gesamtnote bekommen. Dabei guckten sich Prüfer*innen mein Gebäude – so nennen die Züchter den Körperbau eines Pferdes –, meinen Gang (Schritt, Trab, Galopp) sowie auch meinen Kopf an und bewerteten mich dann. Die Note sagt aus, inwiefern ich dem „Zuchtideal“ und „Zuchtziel“ – ja so heißt das – entspreche. Man versucht die Rasse Lewitzer und unsere besonderen Merkmale zu erhalten. Daher gibt es genaue Bestimmungen, welche Rassen mit Lewitzern gekreuzt werden dürfen.

Meine Großeltern waren zum Beispiel Welsh-B Ponys, so wie Gina. Ihr erinnert euch vielleicht noch an ihre und Ivys Erklärungen zu den Welsh Ponys. Wegen meines Welsh-B-Anteils bin ich für einen Lewitzer verhältnismäßig klein. Normalerweise geht das Stockmaß bis zu 1,48 Metern, also bis dorthin, wo die Pony-Stockmaßgröße endet. Pferde und Ponys unterschiedet man nämlich nach dieser Größe – alles unter 1,48 Metern (mit Hufeisen bis 1,49 Metern) ist ein Pony, alles Größere ein Pferd. Jedenfalls muss man bei dieser Beurteilung mindestens eine Wertnote von 7.0 erreichen um in das Hengstbuch (I/II) eingetragen und zur Zucht zugelassen zu werden. Es ist eine Ehre, wenn man das schafft.

Ich war also ziemlich lange noch Hengst und bin bestimmt auch Vater. Deswegen habe ich auch noch einige sogenannte „Hengstmanieren“. Vielleicht habt ihr das ja schon einmal auf der Koppel beobachtet, wenn wir miteinander spielen oder gemeinsam Zeit verbringen quietschen wir oft und heben unsere Vorderbeine ruckartig an, wir schlage nach vorne aus. Das machen wir nicht um uns wehzutun, sondern das ist unsere Art, um zu zeigen, wer der stärkste ist. Typisch Hengst!

Zu Menschen bin ich aber freundlich, ich genieße es geholt und geputzt zu werden und schmuse häufig. Ich lecke dann auch zum Dank eure Hände ab – manchmal sind die sogar ein bisschen salzig, das schmeckt!

Gerade ist es sehr wichtig, dass wir gut geputzt werden, da wir unser Winterfell verlieren. Ich habe immer recht langes und dickes Winterfell. Zweimal pro Jahr durchlaufen wir den Fellwechsel. Einmal verlieren wir das Sommerfell und jetzt eben das Winterfell. Schließlich können wir uns bei Kälte keine warme Jacke anziehen so wie ihr, daher benötigen wir unser dickes warmes Fell. Das ist für alle Reiter*innen immer eine ganz nervige Zeit, überall fliegen die Haare herum, bestimmt findet ihr zuhause auch noch so einige Haare von mir oder meinen Freunden. Aber andere Tiere freuen sich über unsere weichen warmen Haare: So nutzen Vögel sie z.B. gern zum Nestbau. Manche bedienen sich auch direkt (siehe Foto).

Ich muss mich langsam verabschieden, da ich gleich zum Reiten abgeholt werde. Wir gehen Ausreiten, darauf freue ich mich schon. Das macht mir extrem viel Spaß und ich bin auch ganz lieb und flott auf Ausritten. Auf dem Reitplatz bocke ich ja manchmal und bin ein bisschen frech, weil mir das nicht so viel Spaß macht. Bitte seht es mir nach. Das ist mein Pony-Dickschädel, der mit mir durchgeht und ist nicht wirklich böse gemeint. Also einfach weiterreiten, und nicht den Mut verlieren!

Wir sehen uns bestimmt bald, bleibt bis dahin bitte alle gesund 🙂
Liebe Grüße, Satchmo (ihr könnt mich auch gerne Satchi nennen!)